Weißstorchpilotprojekt „Limbacher Teiche“

Der Regionalverband Erzgebirge e. V. hat in Zusammenarbeit mit dem Staatlichen Umweltfachamt Chemnitz und der Unteren Naturschutzbehörde Chemnitzer Land im Rahmen des sachsenweiten Weißstorch-Artenschutzprogramms im Limbacher Teichgebiet seit 1994 Maßnahmen zur Verbesserung des Nahrungsangebotes für den Weißstorch durchgeführt. Folgende Maßnahmen konnten bereits realisiert werden:

  • Grunderwerb von 22 Hektar, der durch Fördermittel des Regierungspräsidiums Chemnitz ermöglicht wurde, wobei ein Eigenanteil vom NABU bereitgestellt werden musste
  • Umwandlung von 20 Hektar Ackerland/Brachland in extensiv genutztes Grünland
  • Anlage von 14 Tümpeln mit einer Wasserfläche von ca. 5000 m²
  • Anpflanzung von Hecken (zwei- bis fünfreihig) mit einer Gesamtlänge von 2500 m
  • Errichtung einer Nisthilfe für den Weißstorch im Bereich des Großen Teiches
     

Durch diese Maßnahmen erzielte Erfolge:

  • Weißstorch ist Nahrungsgast im Gebiet
  • 1996 erfolgreiche Brut des Wachtelkönigs im Lohteichtal
  • 2001 gelang im Lohteichtal (11 Hektar) erstmalig für das Limbacher Teichgebiet der Nachweis einer erfolgreichen Brut des Braunkehlchens
  • frühere Brutvögel im Gebiet (Bekassine, Wiesenpieper und Kiebitze) nutzen die in Grünland umgewandelten Flächen bereits wieder als Rastgebiet
  • ab 1994 wurde im Lohteichtal Ackerland durch eine extensive Bewirtschaftung in eine artenreiche Feuchtwiese umgewandelt und im Jahr 2000 als Flächennaturdenkmal „Feuchtwiesenrenaturierungsfläche Lohteichtal“ besonders geschützt
  • Darstellung des geplanten Naturschutzgebietes „Großer Teich und Landschilfbestand am Tierpark“ im Regionalplan Chemnitz-Erzgebirge
  • Meldung des Limbacher Teichgebietes als Fauna-Flora-Habitat
  • Feldhase und Fasan wurden im Gebiet beobachtet
  • Umwandlung von weiteren 5,5 Hektar Ackerland in Grünland im Jahr 2003
  • zwei Weißstörche am 27. und 28.06.2003 nach der Mahd im Lohteichtal
  • Neuntöter, Rohrammer und Dorngrasmücke brüteten 2003 im Lohteichtal
  • im Jahr 2003 nutzten außerdem Bekassinen, Zwerg- und Doppelschnepfen, Braun- und Schwarzkehlchen, Wiesenpieper, Rohrweihe, Kiebitze, Rauch- und Mehlschwalben, Stieglitze, Dohlen, Rabenkrähen, Lachmöven, Wacholderdrosseln, Stare, Turm- und Baumfalke, Rotmilan, Grauammer und Raubwürger das Gebiet zur Nahrungssuche
  • ein bis drei Weißstörche wurden im Jahr 2004 mehrfach im Lohteichtal bei der Nahrungssuche beobachtet
  • Juli 2004 – Horst im Stadtgebiet von Limbach-Oberfrohna mit einem jungen Weißstorch besetzt

 

Ziel des Projektes ist die Ansiedlung des Weißstorches; das Projektgebiet umfasst eine Fläche von insgesamt 500 Hektar. Sollte im Jahr 2004 erstmalig ein Jungstorch ausfliegen, wäre dies ein großer Erfolg, der durch die Umwandlung von Acker- in Grünland und die Strukturierung des Gebietes durch angelegte Tümpel und Weiher sowie angepflanzte Hecken erreicht wurde. In Zusammenarbeit mit dem ebenfalls im Gebiet tätigen Regionalverband Erzgebirgsvorland des NABU, den Behörden und den Landwirtschaftsunternehmen wird die weitere Extensivierung von Flächen im Projektgebiet angestrebt.