Neue Hecken braucht das Land!

Gebiete wie das Landschaftsschutzgebiet „Pöhlberg“ bei Annaberg-Buchholz, in dem Hecken das Landschaftsbild prägen, sind heute eine Rarität. Mit der großflächigen Nutzung der Flächen durch große Landwirtschaftbetriebe wurden die Strukturen in der Landschaft zur Intensivierung der Flächenbewirtschaftung beseitigt, so dass sich für viele Arten des Offenlandes, zum Beispiel Rebhuhn, Feldhase, Turteltaube, Neuntöter und Raubwürger, die Nahrungsbedingungen erheblich verschlechterten und auch kein Schutz durch Hecken mehr gegeben war. Entsprechend selten können die genannten Arten heute beobachtet werden. Deshalb braucht das Land neue Hecken! Feldhecken werden aus regionaltypischen Gehölzen wie Heckenrose, Weißdorn, Schlehe, Faulbaum, Wildapfel, Hainbuche und Eberesche gebildet. Sie wurden früher von Bauern als Wind- und Erosionsschutz, Grundstückseingrenzung und Feuerholzspender angelegt. Man betrieb Landwirtschaft kleinflächig mit einer großen Vielfalt an Feldfrüchten, und entlang der Flurstücksgrenzen und Landwirtschaftswege gab es Hecken und Ackerrandstreifen. Alle 20 bis 40 Jahre setzte man die Hecken auf Stock. Mit dem Anbau großflächiger landwirtschaftlicher Monokulturen wurden viele Hecken gerodet, die Säume und Ackerrandstreifen beseitigt.

 

Der Regionalverband Erzgebirge e. V. hat bisher ein- bis zehnreihige Hecken im Limbacher Teichgebiet mit einer Gesamtlänge von 2500 Metern und bei Lichtenwalde mit einer Länge von 1400 Metern gepflanzt. In diesen Hecken brüteten bereits Neuntöter, Dorngrasmücke und Goldammer. Auch Feldhasen, Fasan, Raubwürger, Grauammer und Braunkehlchen wurden beobachtet. Infolge der Verweigerung der Zustimmung von Eigentümern und Pächtern konnten bisher auf vielen Flächen keine Heckenneuanpflanzungen realisiert werden, obwohl für die Eigentümer keine Kosten für die Anpflanzung entstanden wären. Die EU-Kommission hat Ende März 2004 den Beschluss gefasst, dass Landschaftselemente wie Hecken, Feldgehölze, Kleingewässer oder Gräben von den Landwirten nicht mehr aus der prämienberechtigten Fläche herausgerechnet werden müssen, und es bleibt zu hoffen, dass dieser richtungsweisende Beschluss auch in Sachsen zügig umgesetzt wird. Weitere Projekte des RV waren im Herbst 2004 die Anpflanzung eines Feldgehölzes auf einer Fläche von 5000 m² in Chemnitz-Ebersdorf und im Frühjahr 2005 die Anpflanzung einer 325 Meter langen Hecke bei Lichtenwalde. Wer selbst Flächeneigentümer ist und seine Fläche durch eine Heckenanpflanzung aufwerten möchte, kann sich mit dem Regionalverband in Verbindung setzen.