Exkursion zum Leipziger Auwald

Am 30. April besuchten Teilnehmer/innen auf Einladung des NABU Erzgebirge, bei sonnigem Frühlingswetter, zu Fuß den Leipziger Auwald. Die Führung der Exkursion übernahm Ulf Engler vom Büro FAUNUS in Erlau, OT Crossen.

Der Leipziger Auwald gehört mit circa 2500 Hektar, davon 1163 Hektar im Leipziger Stadtgebiet, zu den größten Auwaldbeständen in Mitteleuropa, 30 km entlang der Flüsse. Der Auwald ist ein zweigeteiltes Landschaftsschutzgebiet in der Leipziger Tieflandsbucht im Überflutungsgebiet von Pleiße, Weiße Elster, Luppe und Parthe.

Der Baumbestand schwankte in den letzten 150 Jahren teilweise stark. Ursache waren u.a. die Regulierung der Fließgewässer, der Braunkohleabbau und der Klimawandel. Der Altbestand an Ulmen und Schwarzpappeln ist fast verschwunden. Heute dominieren Esche, Eiche, Ahorn, Linde, Weide und Traubenkirsche.

Das Gebiet ist geprägt von einer großen Strukturvielfalt und ist entsprechend bedeutsam für die Biodiversität.  

Auffallend waren gleich am Anfang unserer Exkursion die großen Bärlauchwiesen, sie verströmten den typischen, intensiven Duft nach Knoblauch. Neben diesen bekannten essbaren Wildpflanzen, blühten auch viele andere, wie die Echte Sternmiere, die Purpurrote Taubnessel, Gundermann und die Knoblauchrauke. Die Gewöhnliche Traubenkirsche und der Weißdorn standen in Blüte und eine Neuheit war für viele Teilnehmer_innen die Stängelumfassende Gelbdolde, ein Neophyt aus dem Mittelmeerraum, die auch zu den essbaren Wildpflanzen gehört.

Im Auwald leben aber auch sehr viele Säugetiere, Vögel, Lurche, Kriechtiere, Weichtiere und Insekten. Manche konnten wir sehen wie Rotmilan, Schwarzmilan, Schellenten, Kormoran, und Graureiher, auf andere wurden wir durch den Gesang durch Ulf Engler hingewiesen. Er verstand es auch hervorragend Vögel durch Mundlaute anzulocken. Zu den entdeckten Arten gehörten u.a. der Kranich, der Zwergtaucher, der Grauspecht, die Rohrammer, die Nachtigall, der Kuckuck und der Wendehals. Auch den größten deutschen Rohrsänger hörten wir mit seinem auffälligen, merkwürdigen Geschwätz wie „Karl, Karl, krieg, krieg den Dicken, den Dicken“ (nach Hermann Löns) und das Unken der Rotbauchunken und das Quaken der Grünfrösche haben wir gehört.

Am Ende der Wanderung dankten alle Ulf Engler für die vielen interessanten Hinweise und Schilderungen. Er hatte plausibel erläutert, dass Auwälder Lebensraum für sehr viele Tier-, Pflanzen -und Pilzarten ist. Entsprechend groß ist die Bedeutung dieser Waldgebiete für die Biodiversität aber auch für den Klimaschutz und die Erholung der Menschen.

Das von uns besuchte Gebiet ist auch mit der Leipziger Straßenbahnlinie 11 Schkeuditz (bis Lützschena) erreichbar.

Bericht von M. Hastedt

Fotos: Lutz Röder